Jahreshauptversammlung des Musikvereins Öpfingen e.V.

Eine Einladung zu einer Jahreshauptversammlung verspricht etwas Normalität in einem außergewöhnlichen Vereinsjahr. Doch der Veranstaltungsort, die Mehrzweckhalle Öpfingen, und das Datum, der 16. Juli 2021, waren ebenso der Corona-Pandemie geschuldet wie die Maske und das Hygienekonzept.

Unter diesen besonderen Gegebenheiten begrüßte der Vorstand „musikalischer Betrieb/Präsentation“ Heiko Dolpp um 20:30 Uhr die Anwesenden, unter ihnen Bürgermeister Braun, die Ehrenmitglieder und Vorstandsmitglieder des Fördervereins sowie die Vertreter der Presse.

In seinem Bericht ließ Heiko Dolpp das von der Pandemie geprägte Vereinsjahr Revue passieren. Einem „normalen“ Start in das Jahr 2020 mit Fasnetsumzügen und Kinderfasnet folgte eine Stopp aller Vereinsaktivitäten in der Woche unmittelbar vor dem anstehenden Starkbierfest. Die Entscheidung, dieses Fest nicht durchzuführen, wurde zusammen mit der Gemeindeverwaltung getroffen und stellte sich rückblickend als richtige Entscheidung heraus. Die folgenden Wochen waren unvorhersehbar, so dass man sich sehr über die kurze Zeit eines halbwegs „normalen“ Probenalltags, mit Abstand zueinander und in größeren Räumlichkeiten, freute. Einziger Auftritt in Uniform im Jahr 2020 war die Erstkommunion im Oktober, als der Musikverein an zwei Festtagen die Kinder in die Kirche begleiten durfte – natürlich mit dem gebührenden Abstand, was eine imposante Länge des Musikzuges zur Folge hatte. Mitte November war schon wieder Schluss mit der Probenarbeit und sämtliche Pläne über ein weihnachtliches Platzkonzert mussten aufgrund der 2. Welle begraben werden. Die folgende 3. Corona-Welle machte auch die Planung eines Starkbierfestes unmöglich, jedoch wurde das „Starkbierfest dahoim“ angeboten. Die Resonanz der Öpfinger und vieler Starkbierfestfreunde aus der Umgebung war riesengroß, was die Musikerinnen und Musiker stärkte und Kraft für weitere Vereinsarbeit in diesen Zeiten gab. Der Vorstand konnte auch einen kurzen Ausblick in die Zukunft geben: Ein musikalischer Auftritt zur Einweihung der Donaubrücke steht Ende September an, ebenso die Erstkommunion. Weitere Planungen gibt es nicht, aber natürlich besteht der Wunsch, das Weihnachtskonzert in irgendeiner Form im Jahr 2021 abhalten zu können. Zum Ende seines Berichtes ehrte Heiko Dolpp die besten Probenbesucher des Jahres 2020, die allen Widrigkeiten zum Trotz die möglichen 19 Proben besuchen konnten (in „normalen“ Jahren werden ca. 45 Proben abgehalten).

Susanne Keller als Vorstand Finanzen teilte den Anwesenden die aktuelle Kassensituation des Musikvereins mit und verwies dankend auf die Corona-Zuschüsse der Blasmusikverbandes. Kassenprüfer Josef Dolpp und Paul Niederer bescheinigten eine einwandfrei geführte Kasse. Nadine Winkler, Vorstand Verwaltung/Medien, ging in ihrem Bericht ebenfalls auf die außergewöhnliche Situation des Vereins im vergangenen Jahr ein und kündigte ihr Ausscheiden aus dem Vorstandsamt an. Sie bedankte sich für die Unterstützung bei ihrer Vereinsarbeit und erklärte, dass die Tätigkeit zwar viel Einsatz verlangt, aber sich für etwas zu engagieren und mit anderen etwas auf die Beine zu stellen, viel Freude macht und perslönlich bereichtert.

Dirigent Helmut Kassner blickte als Profimusiker auf das vergangene Jahr zurück, in dem keinerlei Konzerte und Musicals möglich waren und nach wie vor sind. Die Motivation ist daher in allen Bereichen schwierig und die psychische Belastung hoch. Deswegen will er aktuell in den Proben besonders die Freude an der Musik und der Kameradschaft vermitteln und nicht kritisieren. Natürlich wünscht er sich eine bessere Anwesenheit in den Proben, versteht aber auch die Gründe für die Abwesenheit der Musiker.

Jugendleiter Uwe Grimm hatte trotz eines Jahres ohne Auftritte für die Jugendorchester, verschobenen und gecancelten Lehrgängen und ausgefallenen Kameradschaftsaktivitäten einiges zu berichten. Das Corona-Jahr schlägt sich doch im Jugendbereich nieder, denn manche Kinder und Jugendliche können sich unter den Gegebenheiten nicht nicht für dieses Hobby motivieren und brechen die Ausbildung ab. Ein positives Highlight und eine große Freude war für den Jugendleiter die zahlreiche Öpfinger Teilnahme an einem Online-Kontest der Blasmusikjugend des Kreisverbandes. 100 Teilnehmer aus dem Kreisverband nahmen an diesem Kontest teil und ließen ihre musikalischen Filmbeiträge von einer Jury bewerten – 10 Teilnehmer kamen allein aus Öpfingen! Mittlerweile sind sowohl Smarties als auch Gemeinschaftsjugendkapelle wieder in Einhaltung der Vorgaben in die Probenarbeit gestartet, wobei der Probenbesuch noch sehr zögerlich ist. Uwe Grimm hofft, dass die jungen Musikerinnen und Musiker sich wieder für den Probenbesuch motivieren können und durch ausgewogene Orchester auch die Stückauswahl und Probenarbeit insgesamt leichter wird. Natürlich ist auch hier die Arbeit auf ein Ziel wichtig, weshalb hoffentlich ein Weihnachtskonzert möglich sein wird.

Nachfolgend zu den Berichten standen gemäß der Tagesordnung Änderungen und Genehmigung der Beitrags- und Ehrungsordnung an. Seit Gründung im Jahr 2009 betrug der jährliche Mitgliedsbeitrag des Musikvereins 24 Euro für Erwachsene ab 18 Jahren und 12 Euro für Schüler/Studenten/Auszubildende. Der Versammlung wurde eine Erhöhung dieses Beitrages ab 2022 auf jährlich 30 Euro bzw. 15 Euro vorgeschlagen. Die Versammlung genehmigte die Beitragserhöhung einstimmig. Im Corona-Jahr wurde erkannt, dass eine kleine Anpassung der Ehrungsordnung notwendig ist, um auch ohne Ständchen den Jubilaren eine Freude zu machen. Diese Anpassung wurde von der Versammlung ebenfalls einstimmig genehmigt.

Im Anschluss an diese formalen Vorgänge übernahm Bürgermeister Andreas Braun die Entlastung der Vorstandschaft. Er dankte den Vereinsmitgliedern für ihre ehrenamtliche Tätigkeit, welche man besonders seit den Wochen des Lockdowns um so mehr zu schätzen wisse. Er dankte für die gute Zusammenarbeit mit deer Vorstandschaft und die Unterstützung des Musikvereins, wie z.B. die Hilfe bei der Bewirtung von Kleinkunstveranstaltungen der Gemeinde. Im Anschluss an seinen Dank bat Herr Braun um die Entlastung, welche von der Versammlung einstimmig erteilt wurde.

In einem zweijährigen Turnus stehen Wahlen der Vorstandschaft an, welche Bürgermeister Braun als Wahlleiter übernahm. Folgende Positionen standen zur Wahl:

Vorstand musikalischer Betrieb/Präsentation
Vorstand Finanzen
Vorstand Verwaltung/Medien
Vorstand Organisation
Jugendleiter
Ausschuss


Kassenprüfer
Notenwart

Heiko Dolpp (keine Änderung)
Susanne Keller (keine Änderung)
Nadine Winkler (Besetzung kommissarisch für 1 Jahr)
Rudi Kneißle (keine Änderung)
Uwe Grimm (keine Änderung)
Elke Buck, Kai Dolpp, Lucas Hagmeyer, Inge Kneißle, Michelle Rist, Jutta Seiz
Robin Rist (neu), Lukas Andelfinger (ausgeschieden)
Josef Dolpp und Paul Niederer (keine Änderung)
Claudia Grimm (keine Änderung), Jutta Seiz (neu)
Christina Wichert (ausgeschieden)

Aufgrund des ausgefallenen Weihnachtskonzertes wurde erstmals im Rahmen der Haupversammlung die Ehrung verdienter Musiker durchgeführt. Wolfgang Seiz übernahm als stellvertretender Bezirksvertreter West des Kreismusikverbandes Ulm/Alb-Donau diese Aufgabe. Seiz überreichte mit dankenden Worten die bronzene Ehrennadel für 10-jähriges aktives Musizieren an Michelle Rist, Matthias Eberle, Luca Götz und Jonas Renz. Mit der Verleihung äußerte der Verbandsvertreter den Wunsch, dass diese jungen Musiker sich weiter für den Musikverein engagieren mögen, vielleicht auch über das Musikalische hinaus. Wie eine außergewöhnliche und vorbildliche Musikerlaufbahn aussehen kann, zeigte sich dann bei der Ehrung für 40-jähriges aktives Musizieren. Die goldene Ehrennadel mit Diamant mit Urkunde wurde für diese Leistung an Rudi Niederer und Reinhold Gog verliehen, die sich beide neben der Musik auch im Ausschuss in die Vereinsarbeit eingebracht haben. Reinhold war bereits Schriftführer, Kassier, Beisitzer und ist aktuell als Kassenprüfer für die Fördervereinskasse im Einsatz. Rudi war lange Zeit als Notenwart tätig und ist jetzt als Vorsitzender des Fördervereins eine wichtige Unterstützung für die Vorstandschaft des Musikvereins. Kai Dolpp erhielt für eben dieses außergewöhnliche Vereinsarbeit seit 10 Jahren, dies zusätzlich zum aktiven Musizieren, die Fördermedaille in Bronze.

Unter dem Punkt Verschiedenes wurden keine Anfragen eingereicht. Die Jahreshaupversammlung wurde um 22:20 Uhr mit dankenden Worten an alle Vorstandsmitglieder und ehrenamtlich Engagierten geschlossen.

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